2017 veröffentlichten Rico Manß und Prof. Dr. Manfred Kirchgeorg von der HHL Leipzig Graduate School of Management eine unabhängige wissenschaftliche Studie in der Marketing Review St. Gallen (Ausgabe 4/2017, S. 24–32), die die Wirksamkeit crossmedialer Integrationstechnologien im Einzelhandel untersuchte. Im Zentrum des experimentellen Designs: ein Sensape Magic Mirror am Eingang einer Filiale der Konsum Leipzig.
Der experimentelle Aufbau
Der Magic Mirror wurde über eine zweiwöchige Feldphase am Eingang des Geschäfts platziert. Eingebaute Sensoren und Bildverarbeitungssoftware schätzten Alter und Geschlecht der Besucher und lösten daraufhin angepasste Augmented-Reality-Interaktionen auf dem Screen aus — mit dem eigenen Spiegelbild des Kunden, personalisierten Sprechblasen und beworbenen Produkten.
- Standort: Filiale der Konsumgenossenschaft Leipzig eG
- Dauer: 2 Wochen
- Stichprobe: ~12.000 Filialbesucher (Durchschnitt 1.023 Kontakte pro Tag)
- Vergleich: Werbefreier Referenzzeitraum und Referenzfiliale mit klassischen Handzetteln
Die Ergebnisse
Engagement: 71%
71% aller Filialbesucher begannen eine Interaktion mit dem Medium — fast 3 von 4 Kunden waren bereit, ein digitales Medium in ihre Offline-Journey einzubinden.
Absatzsteigerung auf Produktfamilien-Ebene
Verglichen mit dem werbefreien Referenzzeitraum (=100%) erreichten Produkte mit klassischen Handzetteln in der Referenzfiliale 129%, während Produkte mit dem Sensape Magic Mirror auf 198% stiegen — eine 3,36-fache Wirkung gegenüber klassischer Handzettelwerbung.
Absatzsteigerung auf Einzelprodukt-Ebene
Auf Einzelproduktebene war der Effekt noch stärker: 119% für die Handzettel-Referenz vs. 204% für den Magic Mirror — eine 5,44-fache Wirkung gegenüber Handzetteln.
Verweildauer und Demografie
Die durchschnittliche Verweildauer betrug 8,9 Sekunden über alle Kunden, stieg jedoch auf 14,7 Sekunden bei Besuchern unter 30 — was bestätigt, dass jüngere Zielgruppen länger mit AR-Medien am POS interagieren.
Kategoriespezifische Effekte
Die Wirkung variierte stark nach Produktkategorie. Ein Joghurt-Produkt zeigte Absatzsteigerungen von über 300%, während ein Kuchen-Produkt keine messbare Steigerung zeigte. Das verweist auf eine kategoriespezifische Eignung für AR-gestütztes POS-Marketing.
Warum das wichtig ist
Unabhängige akademische Studien zu Point-of-Sale-Technologien sind selten. Die meisten Retail-Tech-Anbieter berufen sich auf interne Zahlen oder Marketing-Aussagen. Diese Studie — durchgeführt an einer der führenden europäischen Business Schools und publiziert in einer angesehenen, peer-reviewten Marketing-Zeitschrift — liefert eine externe Validierung dessen, was Sensape-Kunden in der Praxis erleben. Die Studie ist in RePEc, EconStor und im akademischen Zitations-Netzwerk indexiert.
Die Implikationen reichen weit über das konkrete Magic-Mirror-Experiment hinaus. Die Autoren argumentieren, dass crossmediale Integrationstechnologien disruptives Potenzial für den Handel haben — sie schließen die Offline-Online-Lücke, die klassische Kanäle nicht überbrücken können.
Zitation
Manß, R., & Kirchgeorg, M. (2017). Kundenbindung durch crossmediale Integration – Die Offline-Online-Integration am Beispiel eines Magic-Mirror-Experiments. Marketing Review St. Gallen, 4/2017, S. 24–32.
Die vollständige Studie
- Open-Access PDF auf EconStor (ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft)
- Bibliografischer Eintrag auf RePEc / IDEAS
- HHL Leipzig – Stiftungslehrstuhl Marketing
Die Technologie erleben
Die im Experiment eingesetzte Magic-Mirror-Technologie ist heute Teil des Sensape-Portfolios. Erfahre mehr über den In-Store Magic Mirror, die Recognition Box, oder kontaktiere uns für eine maßgeschneiderte AR-Lösung.
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